Kultur- und Verkehrsverein Wanfried e.V.

Gut Kalkhof bei Wanfried

Der Kalkhof liegt im Gatterbachtal an der B 249 von Wanfried nach Mühlhausen. Der Vorgängerhof wurde im 30-jährigen Krieg zerstört. Lizenziat Becker errichtete 1736 die Wirtschaftsgebäude des heutigen Gutes.

Damals führte die Straße nach Mühlhausen noch in der Verlängerung der Straße „Vor dem Gatter“ am Gatterbach entlang, durchquerte dann den Gatterbach, der häufig sehr sumpfig war, und führte auf die heutige Mühlhäuser Straße. Gegenüber dem Wasserfall führte die Straße in den Wald nach Katharinenberg. Erst Mitte des vorigen Jahrhunderts bekam die Straße ihren heutigen Verlauf. In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde das Wohnhaus im klassizistischen Stil errichtet. 1880 kaufte der königliche Kammerherr Karl-Xaver von Scharfenberg das Gut. Erließ am Wohngebäude umfangreiche Um- und Anbauten vornehmen. Das Herrenhaus ist massiv gebaut. Das Obergeschoss ist aus Fachwerk mit Ziegelverkleidung. Das Fachwerk ist mit Taustäben und Rosetten verziert. Die Hausglocke ist durch ein kleines Dach geschützt. Ein englischer Landschaftsgarten mit Allee, Teich und sechseckigem Teehaus schließen sich an. Das Wirtschaftsgebäude liegt unterhalb des Herrenhauses an der Nordseite. Es ist ein Dreiseithof aus Fachwerk des 19. Jahrhunderts. Die überbaute Durchfahrt ist mit Sprüchen verziert: „Auf fröhlicher Arbeit ein sicher Gedeihn – und – Bauen, Pflanzen, Werben hat sein Gang bis dass wir sterben.“ Zur Anlage gehören noch ein älteres Fachwerkhaus aus dem 18. Jahrhundert und eine ältere massive Scheune. Der Rinderstall fiel einem Großbrand zu Opfer. Seit 1962 steht eine Reithalle auf dem Gelände des Kalkhofs. Das Erbbegräbnis „Konsuls Grab“ befindet sich oberhalb am Waldrand. Das Portal ist im gotischen Stil gestaltet und wird durch ein Gedenkkreuz aus Marmor bestimmt.

Das Leistersberghaus

Im Rahmen der Umbauarbeiten des Landgrafenschlosses ließ Landgraf Wilhelm V. auch das Leistersberghaus als Vorwerk zum Gutshof errichten. Als Landgraf Carl von Hessen-Rheinfels 1693 nach Wanfried kam, ließ er das Leistersberghaus zum Jagdhaus mit Übernachtungsmöglichkeiten für Gäste umbauen und die Quelle nebenan, die heutige Landgrafenquelle einfassen. Landgraf Christian nahm ebenfalls Umbauarbeiten vor, ließ die Quelle neu einfassen und die Inschrift „L. Ch. V. H.“ 1732 anbringen. Ein Schuhmacher Namens Leister erwarb später das Haus, so bekam es seinen Namen. In alten Urkunden von 1736 hieß es „Leysters Haus am Karnberger Weg“. Danach wechselte es mehrfach den Besitzer und wird heute noch privat bewohnt.

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