Kultur- und Verkehrsverein Wanfried e.V.

's Gänsegretel

Darf ich mich vorstellen?:

Ich bin’s Margareta vom Burgerrode. Im Volksmund werd ich „Gänsegretel“ genannt. Minnen Vornamen han ich von minner Badde, und minnen Uznamen, weil ich mit minnem Mann un minnen Gänsen her oben im Burgerrode lebe.

 Unsere Hütten hann minne Großeltern of aalen Mauerresten offgebaud. Ihr erinnert Üch? – Im Burgerrode stand einmal ne uraale Siedlung. Sie wurde im 30-jährigen Krieg dem Boden glichgemachd. Weil es allerdings so’n schönes Fleckchen Erde is, ham mine Vorfahren sich hier widder niedergelassen. Minne Kenner sin inzwischen runner zu Üch ins Tal gezogen. Ihnen hid das Leben hier oben viel zuviel Mühsal gebracht. Inzwischen han ich mich darane gewöhnd, dass se nit mehr bie uns leben, komme ja au gerne runner in min Wannefredden. Ich liebe es ebenso wie minne Kenner un wie min Burcherrode.

's Gänsegretel (Foto: Regine Rohmund)

Min Mann und ich hon hier n’ beschauliches Leben. Ich sammele Beeren, die wir off den Märkten in unserer Umgebung verkäufen. Ansonsten leben wir von unserem kleinen Gärtchen und unseren Gänsen, von denen mir aber auch so viele schon ans Herz gewachsen sin, dass se bie uns ihr Gnadenbrot bekommen und nit am Martinstag im Kochtopf landen.

Wenn nach’m Schützenfest der Brombeermann widder zu sinnen Taterslöchern wandert, kommt er immer noch off’n Gläschen Brombeerwein bie uns vorbie.

Als er’s erste Ma bie uns offdauchte, trauten wir unseren Äugen nit. Ich hatte ja schon oft die Geschichte von Frau Holle und ihm, dem verwunschen chattischen Zwerg erzählt, aber als er dann leibhaftig vor mir stand, hann ich doch große Auchen gemacht. Abber wir han uns uff Anhieb gut verstaanne, her. Er hit mir schon so manchen Geheimtipp gegeben, wo ich die besten Beeren finden kann.

Ab und zu verirren sich auch Wanderer bie uns, denen lese ich dann die aalen Märchen un Sagen, abber äu die neuen Geschichten üs unserer Heimat vor.

Am meisten geprägt hat mich in minner Kindheit allerdings der aale Schäferhans. Obwohl es nun schon viele Jahrzehnte her is, erinnere ich mich noch genau an ihn. Wenn ich minne Äugen schließe sehe ich ’n vor mir. –

Grauhaarig, wind- und wettergebräunt, mit sinnemm blauen Kittel. In sinner rechten, knochigen Hand schwang er sinne Schäferschippen. Begleitet wurde er stets von sinner Schafherden und dem immer wachsamen, treuen Schäferhund Rex.

Er weihte uns Kinder in die uraale Kräuterkunde in. Brachte uns bei wie man ‚ne Flöden schnitzte, warnte uns vor’n Nachtraben un erzählte von den Klowesmännern unten am Schwan. Kannte aber äu die aalen Saachen wie vom Räuber Henning, Bonifatius und der grauen Dame im Schloss von Aue.

Abber au die Erwachsenen achteten sinnen Rat. Sie holten ihn wenn eins ihrer Tiere krank war. Abber der Schäferhans halt äu ihnen bei allerlei Krankheiten.

Mich hitte er besoners in sin Herz geschlossen. – Noch lange bevor er starb hatte er mir alles sinne Geheimnisse rund um de Kräuter preisgegeben. Kurz vor sinnem Tod hat er mich eu noch sin uraales Kräuterbuch vermacht das ich seither hüte wie minnen Augapfel.

Inzwischen hit sich das so rumgesprochen, so dass au viele Kranke zu mir roff ins Burgerrode kommen. Meistens kann ich ihnen helfen.

Das hit mir aber nit nur Freunde gebracht. Nee, viele von Üch denken, ‚s kann doch nit mit rechten Dingen zugehen und so ist Euer Gänsegretel bie üch äu als Hexen verschrien.

Mir persönlich ist es jedoch libber, ich bliebe üch als Märchentante in Erinnerung, die äu schon nem gewissem Wilhelm Pippart, als er noch en kleiner Junge war, ihre Aalen Märchen un Sagen vorgelesen un erzählt hit. Gerne hit er off minnem Schoße gehockt und den Geheimnissen rund um unsere Heimat gelauscht. Uraale Märchen und Sagen, die mir minne Badde, minne Dante, meine Großmutter und der Schäferhans erzählt ham.

Aber das Rad der Zeit bliebt äu bie mich nit stehn und so freue ich mich, dass eine unserer Wanfrieder Zeitgenossinen, zusammen mit ihrem Sohn, wieder Geschichten rund um unsere Heimat schreibt, die ich Üch vorlesen darf.

Lauscht den aalen un neuen Geschichten, sie können üch viel über’s Leben von früher un hidde erzählen.

Unser Wannefredden ist so reich an Natur, Nixen, Elfen und Zwergen. Bliebt nit in euren Stuben hocken, geht nüss in unsere wunnerschöne Landschaft un sucht nach den kleinen und großen Geheimnissen!

• Un – wenn es im Winter kahle wird, der Ofen uns wärmt, die Kerzen schimmern und die selbstgebackenen Plätzchen am besten schmecken, dann träumt von Euren Erlebnissen mit den Waldgeistern und erzählt sie weiter.

Viel Spaß dabei wünscht Euch

`s Gänsegretel

 

Und so erzähle und/oder lese ich (Ute Baden) Ihnen gern Märchen, Geschichten, Gedichte und Sagen vor, sondern auch für alle anderen Mitglieder unseres AK Gästeführerzunft ist es zu einem "heimlichen Hobby" geworden.

Fordern Sie uns heraus und buchen Sie uns für ein gemütliches Stündchen. Entweder bei Susanne Dahmer (Wanfrieder Handarbeiten, Marktstr. 5, 37281 Wanfrieder, +49 (0) 5655 / 1311) oder direkt bei mir Ute Baden, Ottilienstraße 36, 37281 Wanfried, +49 (0) 5655 / 92118)

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